{"id":1930,"date":"2013-06-07T15:00:01","date_gmt":"2013-06-07T14:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/headingeast.de\/?p=1930"},"modified":"2013-06-29T12:12:16","modified_gmt":"2013-06-29T11:12:16","slug":"central-iran-discovering-persian-culture","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/headingeast.de\/de\/central-iran-discovering-persian-culture\/","title":{"rendered":"Zentral Iran &#8211; Eine Reise durch die Persische Kultur"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>A journey is best measured in friends, rather than miles. <span style=\"color: #c0c0c0;\">\u2013 Tim Cahill<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Esfahan mit seinen persischen G\u00e4rten, den begr\u00fcnten Boulevards und einer Vielzahl bedeutender islamischer Geb\u00e4ude, ist m\u00f6glicherweise auch die sch\u00f6nste Stadt im Iran. Mein Lieblingsplatz war der Naqsh-e Jahan Square. Nachmittags war der Platz noch recht leer aber gegen Abend f\u00fcllt er sich h\u00e4ufig mit Menschen, welche picknicken, spazieren gehen oder einfach die Atmosph\u00e4re genie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine der wohl beeindruckendsten Moscheen, welche ich auf meiner Reise bisher gesehen habe, ist die Masjed-e Jameh Moschee in Esfahan. Auf meinem Weg dorthin schlenderte ich durch einen der Bazare und kam mit Cyrus ins Gespr\u00e4ch, dessen Familie ein altes traditionelles Restaurant betreibt. Aufgrund der vielen Iraner, welche hier zu Mittag speisten, durfte man annehmen, dass die angebotenen Mahlzeiten sich allgemeiner Beliebtheit erfreuten. Da es allerdings keinen freien Platz mehr gab, fragte mich Cyrus, ob es mir etwas ausmachen w\u00fcrde, neben der K\u00fcche zu essen. F\u00fcr mich sollte das kein Problem darstellen und so sah ich auch, was sich sp\u00e4ter in meinem Essen wiederfinden sollte. Es gab &#8222;Bergani&#8220;, ein Gericht, bei dem verschiedene Fleischsorten mit allerlei Gew\u00fcrzen zu Hackfleisch verarbeitet werden und in einem Brotleib auf den Tisch kommen. Dazu gab es frischen Salat und zum Trinken einen Mix aus Joghurt, Wasser und Kr\u00e4utern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der durchaus leckeren Mahlzeit, f\u00fchrte mich Cyrus zur Moschee und wies mich auf einige bedeutende Details hin. Dann nahm ich mir die Zeit, im Schatten von Masjed-e Jameh ein wenig \u00fcber die Geschichte des Iran zu lesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor ich von Esfahan weiter nach S\u00fcden reiste, half mir Omid noch, einen Service f\u00fcr meine Nikon-Kamera ausfindig zu machen. Bedauerlicherweise ging an meinem letzten Tag in der T\u00fcrkei der Autofokus meiner Spiegelreflex kaputt und ich hatte keine Ahnung, wo ich am ehesten einen Nikon-Reparturservice finden sollte. Die Kamera musste nach Teheran und wir vereinbarten, dass ich in drei Tagen noch einmal nach Esfahan zur\u00fcckkommen w\u00fcrde, um die Kamera abzuholen. Ich war mir nicht sicher, ob das ganze Vorhaben realistisch war, da alleine der Transport von und nach Teheran zwei Tage in Anspruch nehmen w\u00fcrde. Doch eine bessere Alternative hatte ich nicht und der n\u00e4chste Service mit ausreichend Zeit vor Ort, w\u00e4re wahrscheinlich erst in Bangkok verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Esfahan ging es nach Shiraz, ber\u00fchmt f\u00fcr seine Poeten und einst auch f\u00fcr seinen Wein, der\u00a0 heute \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 nur noch im Verborgenen hergestellt wird. Auf meinem Weg nach S\u00fcden lie\u00df ich es mir nicht nehmen, Perspolis, eine der Hauptst\u00e4dte des antiken Perserreichs, zu besuchen, welche unr\u00fchmlich 330 v. Chr. durch Alexander den Gro\u00dfen zerst\u00f6rt wurde. Am Abend erreichte ich Shiraz und blieb f\u00fcr zwei N\u00e4chte bei Tahereh und Mahmood, welche mich herzlichst aufnahmen. Auch hier lernte ich in abendlichen Gespr\u00e4chen wieder einiges \u00fcber den Iran, die Menschen und die Missst\u00e4nde im Land.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da meine Zeit im Iran langsam zur Neige ging, war ich am kommenden Tag von fr\u00fch bis sp\u00e4t auf den Beinen und lernte die Stadt so zu Fu\u00df kennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor ich nach Esfahan zur\u00fcckkehrte, verbrachte ich noch eine Nacht in Yazd, eine der \u00e4ltesten St\u00e4dte im Iran, welche\u00a0 am Rande der W\u00fcste liegt. Einmal stoppte mich die Polizei, wobei ich mir dieses Mal eigentlich keiner Schuld bewusst war. Allerdings wurde das Wort &#8222;Radar&#8220; nur einmal kurz erw\u00e4hnt, bevor sich das Gespr\u00e4ch wichtigeren Themen zuwendete, wie beispielsweise dem Preis meiner Ersatzreifen. Die Jungs hatten alle ein freundliches L\u00e4cheln im Gesicht und somit war die ganze Situation recht entspannt. Wir sch\u00fcttelten die H\u00e4nde und ich war wieder auf der Strasse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Spiegelreflex-Kamera war tats\u00e4chlich zur\u00fcck in Esfahan und der Nikon-Service in Teheran konnte das Problem beheben. Wow ! Das darf sich wohl verdient Express-Service nennen. Mittlerweile musste ich aber auch mein Zeitfenster f\u00fcr Turkmenistan ins Auge fassen. Ich hatte nur ein 5-Tages Transitvisum f\u00fcr das Land erhalten und der Weg von Esfahan in den Norden war lang. Dennoch blieb ich noch einen Tag l\u00e4nger in der Esfahan und grillte am Abend vor meiner Abreise mit Pary ein paar herzhafte Lamm-Spie\u00dfe auf dem Dach ihres Appartmenthauses. Um 4:00 Uhr morgens eskortierte sie mich an den Stadtrand und ich sah meinem knapp 900 Kilometer langen Weg nach Gorgan entgegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Strassen waren gut und so war ich bereits um 9:00 Uhr in Teheran und erreichte am Nachmittag mein Ziel im bewaldeten und gr\u00fcnen Norden des Landes. Farshid, welcher mich gedanklich auf meiner ganzen Reise durch den Iran begleitete, empfahl mir, in Gorgan bei seinem Cousin zu n\u00e4chtigen. So verbrachte ich den letzten Abend im Iran mit Amin und seinen Freunden, bevor er am n\u00e4chsten Morgen seinen Dienst wieder aufnahm und ich mich in Richtung Ashgabat aufmachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den letzten Wochen trank ich sicher mehr Tee als in den vergangenen zwei Jahren und den Iran zu verlassen f\u00fchlte sich an, als w\u00fcrde man sich von guten Freunden verabschieden. Auf meinem Weg durch ein Land, welches mir noch vor Kurzem so fremd erschien, wurde ich \u00fcberall freundlich gegr\u00fc\u00dft. Menschen riefen mir im Verkehr &#8222;Welcome to Iran&#8220; zu oder zeigten mir mit einem L\u00e4cheln und einer Handbewegung, wie willkommen ich in ihrem Land war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgewachsen in der westlichen Welt, wurde ich durch die Gastfreundschaft, welche ich in diesem Teil der Erde erleben durfte, zeitweise besch\u00e4mt. Doch es sind diese Erlebnisse, welche am l\u00e4ngsten in Erinnerung bleiben werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Esfahan, mit seinen persischen G\u00e4rten, den begr\u00fcnten Boulevards und einer Vielzahl bedeutender islamischer Geb\u00e4ude, ist m\u00f6glicherweise auch die sch\u00f6nste Stadt im Iran. Mein Lieblingsplatz war der Naqsh-e Jahan Square. Nachmittags war der Platz noch recht leer aber gegen Abend f\u00fcllt er sich h\u00e4ufig mit Menschen, welche picknicken, spazieren gehen oder einfach die Atmosph\u00e4re genie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[6,25],"tags":[53,29,138,10,40,11,30,54],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1930"}],"collection":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1930"}],"version-history":[{"count":25,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1930\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2212,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1930\/revisions\/2212"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}