{"id":2126,"date":"2013-06-29T10:03:56","date_gmt":"2013-06-29T09:03:56","guid":{"rendered":"http:\/\/headingeast.de\/?p=2126"},"modified":"2013-07-01T11:08:10","modified_gmt":"2013-07-01T10:08:10","slug":"the-pamir-roof-of-the-world","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/headingeast.de\/de\/the-pamir-roof-of-the-world\/","title":{"rendered":"Der Pamir &#8211; Das Dach der Welt"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Do not follow where the path may lead. Go, instead, where there is no path and leave a trail. <span style=\"color: #c0c0c0;\">\u2013 Ralph Waldo Emerson<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich am Ende des Anzob-Tunnel wieder Tageslicht erblickte und kurz darauf rechts parkte, hielt auch der wei\u00dfe Land Rover. Wir tauschten uns kurz aus und eine Frau meinte zu mir, dass sie sehr besorgt um mich gewesen seien. Ich l\u00e4chelte Sie an und meinte, dass es mir nicht anders ergangen sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Dushanbe traf ich auf Kim. Er ist auf dem Weg in die Mongolei und will dann weiter nach Sibirien. Der Pamir &#8211; von den Einheimischen auch <i>Bam-i-dunya <\/i>oder das <i>Dach der Welt<\/i> genannt, &#8211; stellte f\u00fcr uns beide eine Herausforderung dar. Die Natur ist rau, manche Gegenden unbewohnt und einsam und ein pl\u00f6tzlich auftretendes technisches Problem, k\u00f6nnte schnell zu einem gr\u00f6\u00dferen Debakel werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pamir Highway von Khorog nach Osh wurde zwischen 1931 und 1934 von sowjetischen Ingenieuren gebaut und diente prim\u00e4r dem Ziel, in der entfernten Region Truppen zu stationieren und entsprechend zu versorgen. Die Grenze zwischen beiden L\u00e4ndern stellt nach wie vor eine der Hauptarterien f\u00fcr den Drogenschmuggel in der Region dar. Entlang der Grenze existieren daher mehrere Checkpoints, an denen man sich registreiren muss. Unsere Route f\u00fchrte mehr als 500 Kilometer entlang der afghanischen Grenze und wir entschieden somit, gemeinsam in die Berge zu gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kim und ich w\u00e4hlten die wenig befahrene S\u00fcdroute, welche kontinuierlich dem Grenzfluss zwischen Afghanistan und Tadschikistan folgt und durch das im S\u00fcden liegende Wakhan-Valley f\u00fchrt. Hotels gibt es hier nahezu keine. Unterkunft findet man vorwiegend in sogenannten &#8222;Homestays&#8220;, Zimmer, welche von lokalen Familien vermietet werden. Geschlafen wird h\u00e4ufig auf einfachen auf dem Boden liegenden Matratzen und die sanit\u00e4ren Einrichtungen gen\u00fcgen lediglich den lokalen Anspr\u00fcchen. Flie\u00dfend Wasser oder eine warme Dusche sind im Pamir l\u00e4ngst keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Elektrizit\u00e4t war regelm\u00e4\u00dfig nur f\u00fcr wenige Stunden am Abend verf\u00fcgbar, vorausgesetzt der Generator streikte nicht wieder, was allerdings eher die Regel war. Das veranlasste uns mehrfach, zeitig Schlafen zu gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tadschikistan ist eines der L\u00e4nder, welche unter dem Zerfall der Sowjetunion nach wie vor leiden. Die Unterst\u00fctzung aus Moskau d\u00fcrfte versiegt sein und so manch einer w\u00fcnscht sich die &#8222;guten alten Zeiten&#8220; zur\u00fcck. Das Land verf\u00fcgt kaum \u00fcber eigene Ressourcen und finanzielle Mittel, um die Infrastruktur auszubauen, sind offenbar stark begrenzt. Da bleibt den Menschen nicht viel, au\u00dfer einem sehr schlichten und harten Lebensalltag in den Bergen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von den mehr als 1.200 Kilometern von Duschanbe nach Osh, fuhren wir nahezu die H\u00e4lfte stehend auf unseren Bikes. Stehend zu fahren ist zwar grunds\u00e4tzlich anstrengender, erlaubt jedoch bei schwierigen Streckenverh\u00e4ltnissen ein deutlich besseres Handling der Maschine. Viele Teilabschnitte sind nicht asphaltiert oder in schlechtem Zustand und der feine Staub der Offroad-Strecken drang in nahezu jeden Winkel unserer Ausr\u00fcstung. Als wir einen kleinen Wasserfall an einer Felswand passierten, nutzte ich die Gelegenheit und marschierte geradewegs in das herabst\u00e4ubende Wasser, um so wenigstens den gr\u00f6bsten Dreck aus meinem KLIM-Anzug zu waschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir von der S\u00fcdroute wieder auf die Hauptverbindung des Pamir Highway trafen, machten wir noch einen Abstecher zum Yashi&#8217;kul See und wurden mit einer atemberaubenden Landschaft belohnt. Der See liegt 3.700 Meter \u00fcber dem Meeresspiegel, was diese Region jedoch auch zu einer der k\u00e4ltesten in Tadschikistan macht. Das hielt uns aber nicht davon, hier f\u00fcr eine Nacht zu kampieren. Angesichts der Szenerie und eines eigenen Strandes kam uns die Idee, die Bikes ein wenig am Strand zu testen &#8230; ein wahrlich toller wenn auch nicht ganz vern\u00fcnftiger Gedanke mit einschl\u00e4gigen Konsequenzen. Insbesondere meine Adventure zur\u00fcck zum Zelt zu bewegen, war ein Drama in meheren Akten aber wir hatten unsere Lektion gelernt &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die bevorstehende Nacht war lang und kalt. Ich wusste, dass ich f\u00fcr diese Reise Kompromisse eingehen musste und da ich vorwiegend in warmen Regionen unterwegs sein w\u00fcrde, entschied ich mich f\u00fcr einen Sommerschlafsack. Dass diese Ausr\u00fcstung nicht optimal f\u00fcr alpine Regionen ausgelegt war, versteht sich von selbst und so kletterte ich gegen 1:30 Uhr aus meinem Schlafsack und zog alles an, was noch zur Verf\u00fcgung stand. Diese kleine Unterbrechung meiner ohnehin eher schlaflosen Nacht gab mir Gelegenheit, den klaren Sternenhimmel zu bewundern und ich musste mir eingestehen, dass es ist bereits einige Jahre her war, dass ich fernab von Gro\u00dfstadtlichtern einen derartig sch\u00f6nen Nachthimmel wahrnehmen durfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warm wurde es trotzdem nicht wirklich und als wir morgens unere Zelte \u00f6ffneten bekamen wir eine Idee davon, wie kalt die Nacht tats\u00e4chlich war. Unsere Wasserflaschen vor dem Zelt waren mit einer dicken Eisschicht \u00fcberzogen &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Yashil&#8217;kul\u00a0 machten wir uns auf den Weg nach Murgab und da der Ort nicht wirklich Anlass gab, hier einen Samstag Abend zu verbringen, a\u00dfen wir nur eine Kleinigkeit zu Mittag und machten uns noch am sp\u00e4ten Nachmittag auf den Weg nach Karakul. Der kleine Ort liegt an einem gro\u00dfen See und wir entschieden uns, hier einen Tag zu verweilen, bevor wir die Grenze nach Kirgistan passieren w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Am Rande der Strasse in Richtung Karakul sahen wir immer wieder Z\u00e4une aus Stacheldraht, welche das Grenzgebiet zwischen Tadschikistan und China markierten. Erst die N\u00e4he zu China machte mir pl\u00f6tzlich klar, wie weit ich eigentlich in den letzten Wochen gereist war &#8230;","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Pamir Highway von Khorog nach Osh wurde zwischen 1931 und 1934 von sowjetischen Ingenieuren gebaut und diente prim\u00e4r dem Ziel, in der entfernten Region Truppen zu stationieren und entsprechend zu versorgen. Die Grenze zwischen beiden L\u00e4ndern stellt anscheinend nach wie vor eine der Hauptarterien f\u00fcr den Drogenschmuggel in der Region dar. Daher existieren entlang der Grenze mehrere Checkpoints, an denen man sich registreiren muss. 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