{"id":2325,"date":"2013-09-10T06:28:42","date_gmt":"2013-09-10T05:28:42","guid":{"rendered":"http:\/\/headingeast.de\/?p=2325"},"modified":"2013-09-23T04:03:43","modified_gmt":"2013-09-23T03:03:43","slug":"the-green-north-of-viet-nam","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/headingeast.de\/de\/the-green-north-of-viet-nam\/","title":{"rendered":"Der gr\u00fcne Norden Vietnams"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p lang=\"de-DE\">Challenges are what make life interesting and overcoming them is what makes life meaningful.\u00a0 <span style=\"color: #c0c0c0;\">\u2013 \u00a0Joshua J. Marine<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">Nachdem David mit einem Ambulanz-Jet aus China ausgeflogen wurde, machten auch wir uns wieder auf den Weg. Urspr\u00fcnglich gedachten wir nur eine Nacht in Chengdu zu bleiben, aber den Umst\u00e4nden geschuldet blieben wir eine Woche. Der weitere Reiseverlauf wurde entsprechend angepasst, was letzten Endes bedeutete, die k\u00fcrzeste Route nach Laos zu nehmen. Der erste Tunnel, in den wir einfuhren rief unmittelbar die Erinnerungen an das wach, was vor einigen Tagen geschehen war &#8230; David&#8217;s tragischer Unfall war noch eine ganze Weile gegenwaertig.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">An der Grenze gab es dann fast schon wie erwartet Komplikationen. David&#8217;s Motorrad musste auf eine ausreisende Person registriert sein. Vaughan, der mit seiner Frau und einem alten 4&#215;4 Iveco Teil unserer Gruppe war, \u00fcbernahm diese Aufgabe. Doch die chinesischen Zollbeamten sahen das mal wider ganz anders und ordneten sowohl Vaughan als auch seine Frau dem Truck zu. Nat\u00fcrlich w\u00e4re es f\u00fcr die zwei m\u00f6glich gewesen mit Truck und Motorrad einzureisen, aber aus welchen (mal wieder nicht nachvollziehbaren) Gr\u00fcnden, wurde unserem Ansatz strikt widersprochen. Stattdessen warteten wir an der Grenze bis ein Chinese nach Laos ausreiste, auf den die Beh\u00f6rden dann David&#8217;s Motorrad registrierten. Nat\u00fcrlich hatte diese Person weder etwas mit David&#8217;s Motorrad noch etwas mit unserer Gruppe zu tun, aber augenscheinlich musste der Papierkram in irgend einer Form komplettiert werden und die Welt war wieder in Ordnung. Muss man nicht immer die Verwirrungen chinesischer B\u00fcrokratie verstehen \u2026<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">Vier von uns blieben nach der Ausreise aus China noch zusammen und gemeinsam fuhren wir nach Chiang Mai \/ Thailand. Jimmy, mein Zimmergenosse, traf dort seine Frau und beendete seine Reise in Thailand. Artur und BigJim wollten wie ich das Bike bei BMW warten lassen, bevor es weiter durch S\u00fcdost Asien ging. Bei mir war mittlerweile die 20.000 km Inspektion f\u00e4llig, welche ich urspr\u00fcnglich mal f\u00fcr Bangkok vorgesehen hatte.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">Da das Zeitfenster f\u00fcr Vietnam in wenigen Tagen offen war und unser Trip in den Norden Thailands notwendig aber nicht geplant war, gab es nicht viel Zeit zu verlieren. Folglich hatten wir vier Grenzkontrollen an einem Tag: Wir verliessen China gegen Mittag, reisten nach Laos ein, erledigten den notwendigen Papierkram inklusive Visa und sind am Abend, wenige Stunden sp\u00e4ter \u00fcber den Mekong wieder aus- und nach Thailand eingereist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">David, BigJim, Artur und ich hatten geplant, gemeinsam nach Vietnam zu gehen. Um nach Vietnam mit dem eigenen Fahrzeug einzureisen, bedarf es allerdings einer Sondergenehmigung des vietnamesischen Verkehrsministeriums. Diese zu erhalten, ist nicht einfach. Ich hatte einiges an Zeit und Research investiert und mich lange vor Reiseantritt darum gek\u00fcmmert, so dass wir einen vom Ministerium ausgestellten Brief in der Tasche hatten. Die Genehmigung gab&#8217;s nat\u00fcrlich nicht f\u00fcr lau. Jeder von uns hatte daf\u00fcr einen signifikanten Geldbetrag hinbl\u00e4ttern d\u00fcrfen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">China hat jedoch viel ver\u00e4ndert \u2026<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">Davids Trip endete in einem Tunnel. BigJim, der mit David nach Australien reisen wollte, entschied in Chiang Mai seine Reise zu beenden und flog zur\u00fcck nach Gro\u00dfbritannien und auch Artur, der Brasilianer in unserem Team, beschloss eine mehrmonatige Pause einzulegen und buchte seinen R\u00fcckflug nach Rio. Somit trennten sich unsere Wege im Norden Thailands und ich war wieder alleine auf der Strasse. Klingt triste? Nun ja, in der Gruppe zu reisen hat ohne Zweifel seine Vorteile, aber unterschiedliche Interessen k\u00f6nnen es auch zeitweise zu einer wahren Herausforderung werden lassen. Abh\u00e4ngig von der Landschaft hielt ich gew\u00f6hnlich h\u00e4ufiger, um besondere Eindr\u00fccke in Bildern festzuhalten. Das war in China nahezu nicht m\u00f6glich, da sich kaum jemand aus dem Team die Zeit nahm anzuhalten. Trotz allem stoppte ich einige Male, was dann regelm\u00e4\u00dfig in einem Rennen endete, um die Gruppe wieder einzuholen. Nach mehr als sechs Wochen in Gesellschaft war es somit auch wieder ein gutes Gef\u00fchl, Tempo und Rhythmus selber zu bestimmen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">Ich brauchte drei Tage von Thailand \u00fcber Laos bis zur Vietnamesischen Grenze. Dem Grenz\u00fcbergang zwischen Laos und Vietnam sah ich dann aber doch mit ein wenig Anspannung entgegen. Ich wusste, dass es in den Bergen sein w\u00fcrde, aber keiner konnte mir genau sagen, wie sich die Strassenverh\u00e4ltnisse gestalten w\u00fcrden und da wir in S\u00fcdost Asien seit Juli Regenzeit haben, sind unbefestigte Strassen mit der GS nicht immer als romantische Herausforderung zu sehen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">Gegen Mittag war ich an der Grenze. Auf der laotischen Seite wollte man mein Visa noch nicht entwerten, da die Z\u00f6llner skeptisch waren, ob ich mit meinem Motorrad nach Vietnam einreisen d\u00fcrfte. Vermutlich hatten sie ihre Erfahrungen und wie bereits erw\u00e4hnt, spontan w\u00e4re da nichts zu machen gewesen. Als ich auf der vietnamesischen Seite ankam, durfte ich dann erst einmal eine geschlagene Stunde warten. Das gesamte Grenzgeb\u00e4ude war menschenleer. Mittagspause. Dann verlief alles problemlos und ich war mit meiner BMW in Viet Nam \u2026 alle M\u00fchen und unz\u00e4hlige Mails, um die Genehmigungen zu erhalten, waren es Wert gewesen \u2026<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">Der Norden bietet spektakul\u00e4re Landschaften, oft charakterisiert durch in die Bergh\u00e4nge gearbeitete Reis-Terrassen. Ich verbrachte die erste Nacht in Dien Bien nahe der Grenze und machte mich am n\u00e4chsten Tag auf nach Sa Pa. Da der August einer der regenreichsten Monate in der Monsun-Saison ist, war es keine sonderliche \u00dcberraschung, dass heftige Regenf\u00e4lle ihre Spuren in der Bergregion hinterlassen hatten. Folglich war an diesem Freitag mal wieder ein wenig mehr Offroad-Action angesagt. Doch der Pamir in Tajikistan war ein gutes &#8222;Trainings-Camp&#8220; und ich hatte nicht wirklich Schwierigkeiten, abgesehen von ein paar sehr schlammigen Abschnitten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">Was mir allerdings an diesem Tag erhebich zusetzte, war die Kombination aus hoher Luftfeuchtigkeit, 38 Grad Celsius und den besagten Offroad-Passagen, welche grunds\u00e4tzlich immer mehr physische Arbeit bedeuten als sauber asphaltierte Teerstrassen. Hinzu kam, dass am fr\u00fchen Nachmittag auch noch die Strasse f\u00fcr eine Stunde gesperrt wurde und ich wortw\u00f6rtlich in meinen Klamotten ged\u00fcnstet wurde. Es gab genau einen Baum weit und breit und jeder der warten musste, versuchte ein schattiges Pl\u00e4tzchen abzubekommen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">Sapa wurde 1922 von den Franzosen als Bergstation gegr\u00fcndet und ist heute die Basis f\u00fcr viele Exkursionen im Norden des Landes. Von hier aus suchte ich mir einen Weg in die Dong Van Highlands weit oben im Norden des Landes und nur wenige Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt. Auf dem Weg traf ich immer wieder auf in den Highlands lebende Bergst\u00e4mme, welche die Fr\u00fcchte ihrer Arbeit an der Strasse verkauften. Auch nahm ich viele Kinder wahr, oft keine 10 Jahre alt und manchmal deutlich j\u00fcnger, welche mit grossen K\u00f6rben auf dem R\u00fccken die Strasse entlangzogen, Wasserb\u00fcffel h\u00fcteten oder Waren anboten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Regen gab&#8217;s nat\u00fcrlich ausreichend zu dieser Jahreszeit und als ich einige Tage sp\u00e4ter auf dem Weg nach Hanoi war, machte auch meine R1200 GS Adventure klar, dass sie nicht zaubern kann. Die Strasse war durch starke Regenf\u00e4lle \u00fcberflutet. Es war jedoch nicht das erste Mal, dass ich Fl\u00fcsse oder \u00fcberflutete Abschnitte zu durchqueren hatte. Ich beobachtete den Verkehr eine ganze Weile, dann fuhr ich stehend auf meiner GS langsam in die Wassermassen. Die gr\u00f6sste Sorge gilt immer tiefen Passagen, versteckten L\u00f6chern und meinem Luftfilter. Als ich ein Moped passieren musste, w\u00e4hlte ich die rechte Seite und wie sich herausstellte wohl auch die tiefere. Meine vorw\u00e4rts marschierende GS teilte das Wasser, Bugwellen rollten seitw\u00e4rts und dann fing sie pl\u00f6tzlich an sich zu verschlucken \u2026 Nach 25.000 km war es das erste Mal, dass wir uns derart ernsthaften Problemen gegen\u00fcber sahen und an technische Grenzen stiessen. Dann stoppte der Motor. Unz\u00e4hlige Gedanken schossen mir im Bruchteil einer Sekunde durch den Kopf. Ich wusste, dass wenn sie Wasser geschluckt hatte und ich den Anlasser starten w\u00fcrde, ich eine ganze Menge Schaden anrichten konnte. Ich ging das Risiko ein. Der Boxer stotterte, sprang aber an \u2026 ich riss das Gas auf, liess die Kupplung kommen und sah zu, dass wir aus dem tiefen Wasser herauskamen. Der Motor stotterte noch ein paar Mal, als wir den \u00fcberfluteten Strassenabschnitt l\u00e4ngst hinter uns gelassen hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Abend nahm ich mir die Zeit und checkte den Luftfilter. Offensichtlich erreichten die Bugwellen den Ansaugstutzen, wodurch Wasser in den Luftkanal gelangte. Wir kamen also gerade noch einmal mit einem blauen Auge davon. Ein wenig Kollateralschaden gab&#8217;s dann aber doch noch zu beklagen. Die Lampe meines linker Satellitenscheinwerfer explodierte f\u00f6rmlich bei der Durchfahrt, als Wasser in das Scheinwerfergeh\u00e4use eindrang. Als ich mir den Schaden genauer ansah, musste ich feststellen, dass BMW da eine Gl\u00fchlampe ganz besonderer Art verbaut hatte \u2013 unm\u00f6glich in Hanoi zu bekommen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">Allerdings wollte mein Bruder mich f\u00fcr ein paar Tage in Vietnam besuchen kommen. Nun war es bereits Freitag Abend und sein Flug nach Hong Kong ging am Montag \u2026 nicht gerade viel Zeit, um eine Lampe von BMW in Deutschland zu organisieren. Doch &#8222;the love of a family is life&#8217;s greatest blessing&#8220; und was soll ich sagen: Dienstag Abend in Hanoi hatte ich eine neue Lampe in den H\u00e4nden \ud83d\ude42<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">Zusammen verbrachten wir ein paar tolle Tage in Halong Bay, bevor ich mich auf den langen Weg nach Ho Chi Minh machte \u2026 Stay tuned !<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\">","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Norden bietet spektakul\u00e4re Landschaften, oft charakterisiert durch in die Bergh\u00e4nge gearbeitete Reis-Terrassen. Ich verbrachte die erste Nacht in Dien Bien nahe der Grenze und machte mich am n\u00e4chsten Tag auf nach Sa Pa. 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