{"id":2570,"date":"2013-09-29T08:15:42","date_gmt":"2013-09-29T07:15:42","guid":{"rendered":"http:\/\/headingeast.de\/?p=2570"},"modified":"2013-10-15T05:13:03","modified_gmt":"2013-10-15T04:13:03","slug":"cambodia-and-its-lost-cities","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/headingeast.de\/de\/cambodia-and-its-lost-cities\/","title":{"rendered":"Kambodscha und seine verlorenen St\u00e4dte"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Travel is fatal to prejudice, bigotry, and narrow-mindedness, and many of our people need it sorely on these accounts. Broad, wholesome, charitable views of men and things cannot be acquired by vegetating in one little corner of the earth all one\u2019s lifetime.\u00a0 <span style=\"color: #c0c0c0;\">\u2013\u00a0 Mark Twain<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Nacht in Kambodscha verbrachte ich in Kep, im S\u00fcden des Landes. Es ist ein kleiner Ort an der K\u00fcste, nicht sonderlich spektakul\u00e4r aber genau richtig, um ein wenig zu chillen. Am n\u00e4chsten Tag war lediglich ein Tagestrip in den Bokor Nationalpark geplant. W\u00e4hrend die neue Strasse zur Bergstation das Herz h\u00f6her schlagen liess, ist die Verbindungsstrasse zwischen Kep und Kampot derzeit ein ziemlich staubiges Unterfangen und ich durfte genau dort am Abend noch etwas l\u00e4nger pausieren \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bergstation (Bokor Hill Station) wurde um 1920 von den Franzosen errichtet. Vom Gipfel hat man eine beeindruckende Aussicht auf die K\u00fcstenlinie Kambodschas. Der kleine hier ins Leben gerufene Ort wurde jedoch aufgegeben, als die Truppen der Khmer Rouge in den 70ger Jahren das Gebiet infiltrierten. Die ehemals katholische Kirche des Ortes steht heute einsam abseits der Strasse und nur der Wind pfeift noch durch das leere Gotteshaus. Nur der Wind? Die Kirche war nicht ganz so verlassen, wie es anf\u00e4nglich den Anschein hatte. Inmitten verwahrloster und mit Graffiti &#8222;verzierter&#8220; Mauern fand sich eine Marienstatue, geschm\u00fcckt mit frischen Gr\u00e4sern und Feldblumen. Es war eine \u00dcberraschung der besonderer Art \u2026 und in der Tat ein Ort zum Innehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf meinem Weg zur\u00fcck hatte ich dann erneut das zweifelhafte Vergn\u00fcgen, diesen wenig am\u00fcsanten Streckenabschnitt in Richtung Kep zu passieren. Hab ich mal erw\u00e4hnt, was das von mir meistgesch\u00e4tzte Feature des BMW Bordcomputers ist? Das RDC, das Reifendruckkontrollsystem. Wann immer ich tiefe L\u00f6cher, harte Kanten oder gr\u00f6\u00dfere Steine unter die R\u00e4der bekam, fiel mein Blick reflexartig auf die Anzeige. Dabei ist es ist f\u00fcr mich immer wieder erstaunlich, was diese Reifen wegstecken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem ersten Satz Reifen gab es keinerlei Probleme, aber seit ich das zweite Paar in Kirgistan aufgezogen hatte, kam es st\u00e4ndig zum Druckverlust. Das muss nicht zwingend an den Reifen gelegen haben, es kann durchaus damit zusammen h\u00e4ngen, wie diese aufgezogen wurden. Ein t\u00e4gliches \u00c4rgernis war es dennoch und ich musste gew\u00f6hnlich alle zwei, drei Tage pumpen. Auf dem Torugart Pass von Kirgistan nach China verlor mein Vorderrad innerhalb von einer Stunde so viel Druck, dass die Kontrollleuchte ausl\u00f6ste. Da hat man besser die richtige Ausr\u00fcstung dabei, um das Problem im &#8222;Niemandsland&#8220; auch beheben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch zur\u00fcck auf unsere staubige Verbindungsstrasse. Ein routinierter Blick auf die Anzeige \u2026 WHAT THE HECK ! Innerhalb der letzten 10 Minuten musste ich 0,5 Bar verloren haben. Die Indikation war klar \u2026 und mit jedem Kilometer verlor mein Hinterrad weitere 0,1 Bar. Gl\u00fcckwunsch! Und das auf dieser Traumstrasse, wo man bei entgegenkommenden Fahrzeugen f\u00fcr einige Sekunden den Atem anh\u00e4lt, da man vor Staub kaum das vorausfahrende Fahrzeug sehen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich drosselte meine Geschwindigkeit, um einen halbwegs passablen Platz am Rande der Strasse zu finden. Was f\u00fcr eine nette abendliche Aufgabe. Es war die erste Reifenpanne seit ich mich Ende April auf den Weg gemacht hatte. Meine GS kommt mit Schlauchlos-Reifen daher und ein entsprechendes Reparatur-Set hatte ich dabei. Genau genommen, hatte ich zwei Systeme dabei. Ein Kit, welches ich daheim erworben hatte und welches mich wenig \u00fcberzeugte und ein zweites, welches ich BigJim abkaufte, bevor sich unsere Wege in Thailand trennten und er zur\u00fcck nach England flog. Sein System war deutlich smarter, ist nur leider in Deutschland nicht erh\u00e4ltlich. Ein scharfes Metallst\u00fcck hatte sich seitlich in meinen Hinterreifen gebohrt. Ich gab meinem Kit eine kurze und faire Chance \u2026 das war&#8217;s aber auch. Verglichen mit dem &#8222;Tire-Plugger&#8220;, den ich von Jim bekommen hatte, war mein System wenig benutzerfreundlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch gab es noch eine zweite Schadstelle am Hinterrad, welche mir mehr Sorgen machte. Es war ein 3-4 Zentimeter grosser Riss. Ich sah mir den Schaden etwas genauer an und als ich etwas Druck auf die Stelle gab, entwich auch hier h\u00f6rbar Luft. Nun war ich mir nicht sicher, ob ich das gefixt bekomme, aber grossartige Alternativen hatte ich ja ohnehin nicht. Die letzten 14.000 Kilometer hatten sichtlich ihre Spuren hinterlassen. Insbesondere mein Hinterrad hatte mittlerweile dutzende von kleinen Einschnitten und nur noch wenig Profil. Traktion auf schmierigem Untergrund war quasi schon l\u00e4nger nicht mehr existent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Somit versuchte ich dann auch, ein nagelneues Paar Reifen in Phnom Penh aufzutreiben. Doch nach drei Tagen musste ich ern\u00fcchtert feststellen, dass sich nichts brauchbares in der Hauptstadt finden liess. Ich wusste, dass es in Thailand passende Reifen f\u00fcr mein Bike gab, aber wie sich herausstellte importiert Kambodscha Reifen aus Japan, den USA, Malaysia \u2026 jedoch nicht aus Thailand. Huhh ? Thailand w\u00e4re am n\u00e4chstliegendsten. Es sind gerade einmal 700 Kilometer von Bangkok nach Phnom Penh. Ich fragte in einem halben Dutzend L\u00e4den, ob jemand Reifen aus Thailand ordern k\u00f6nnte. Keine Chance. Man darf vermuten, dass die Beziehungen zwischen Kambodscha und Thailand nicht nur von inniger Freundschaft und Harmonie gepr\u00e4gt sind \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Meine Reifen mussten noch einmal weitere 3.000 Kilometer halten \u2026 oder mit anderen Worten, sie mussten mich noch durch Kambodscha und Laos bringen bis es in Bangkok endlich neue gab.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Die Tempel von Angkor<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Phnom Penh f\u00fchrte mich mein Weg nach Siem Reap, einem Ort, dem ich schon lange mit Erwartungen entgegensah. Doch wo f\u00e4ngt man an, wenn man \u00fcber Angkor spricht? In einer Welt der inflation\u00e4ren Superlative, in der jene Worte, welche Einzigartigkeit ausdr\u00fccken sollen, allt\u00e4gliche Verwendung finden, in der alles &#8222;sehr&#8220;, &#8222;super&#8220; und &#8222;unglaublich&#8220; interessant ist, f\u00e4llt es zeitweise nicht ganz leicht, Begriffe und Unterscheidungskriterien zu finden, die etwas derart Beeindruckendes zu beschreiben verm\u00f6gen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Lonely Planet setzt die Tempel von Angkor mit den epischen Proportionen der Chinesischen Mauer, der Komplexit\u00e4t und Detailtiefe des Taj Mahal sowie der Symbolik und Symmetrie der Pyramiden gleich. Ich kann nicht sagen, ob der Vergleich in G\u00e4nze zutrifft, aber ich darf sagen, dass ich nicht leicht zu beeindrucken bin \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angkor Wat machte aus der Ferne einen gar nicht so gewaltigen Eindruck. Doch nachdem ich mehrere Stunden in der Tempelanlage zugebracht hatte, Steintreppen auf- und abstieg, G\u00e4nge, Innenh\u00f6fe und Geb\u00e4ude durchstreifte, um schliesslich den Hauptturm der Anlage zu erklimmen, darf ich zumindest f\u00fcr mich festhalten, dass Angkor Wat eines der beeindruckendsten, von Menschenhand geschaffenen, architektonischen Meisterwerke der Geschichte ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Geschichte Angkors, als dem zentralen Siedlungsgebiet des historischen Khmer-K\u00f6nigreiches Kambuja, ist auch die Geschichte der Khmer vom 9. bis zum 15. Jahrhundert. Angkor Wat ist dabei nur ein \u2013 wenn auch der gr\u00f6\u00dfte \u2013 Tempel innerhalb der Anlage. Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer Tempel, welche auf ihre Art nicht weniger beeindruckend sind. Angkor Thom, die grosse Hauptstadt hat dabei fl\u00e4chenm\u00e4ssig den gr\u00f6ssten Anteil. Die quadratische Anlage ist umgeben von einem breitem Wassergraben und gut acht Meter hohen Mauern. Einer der bekanntesten Tempel innerhalb dieser Mauern ist der Bayon, mit seinen gewaltigen in Stein gemei\u00dfelten Gesichtern. Und dann ist da noch Ta Prohm, einige Kilometer nord\u00f6stlich von Angkor Wat und fuer mich der wohl faszinierendste Tempel. Es ist ein vom Dschungel vereinnahmter Juwel und eine einzigartige Kombination aus wilder Natur und jahrhundertealter Architektur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich verbrachte zwei Tage innerhalb der Anlage, sah den Sonnenaufgang \u00fcber Angkor Wat und den Sonnenuntergang von Phnom Bakheng und musste am Ende einmal mehr feststellen, dass es K\u00f6nigreiche und Imperien gab \u00fcber die ich nur wenig oder nahezu gar nichts weiss \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzte Nacht im Land verbrachte ich in Ban Lung, im Nordosten des Landes. Den Ort erreichte ich erst am fr\u00fchen Abend, aber es war noch genug Zeit, um im nahe gelegenen See, ein erfrischendes Bad zu nehmen und um ein wenig mit den Lokals zu plaudern. Der See ist ein mit au\u00dfergew\u00f6hnlich klarem Wasser gef\u00fcllter Vulkankrater. Es war ein gut gew\u00e4hlter Ort f\u00fcr meinen letzten Abend in Kambodscha.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am n\u00e4chsten Morgen machte ich mich auf den Weg nach Laos &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo f\u00e4ngt man an, wenn man \u00fcber Angkor spricht? In einer Welt der inflation\u00e4ren Superlative f\u00e4llt es zeitweise nicht ganz leicht, etwas derart Beeindruckendes zu beschreiben. Die Tempel von Angkor werden mit den epischen Proportionen der Chinesischen Mauer, der Komplexit\u00e4t und Detailtiefe des Taj Mahal sowie der Symbolik und Symmetrie der Pyramiden verglichen. Ich kann nicht sagen, ob der Vergleich in G\u00e4nze zutrifft, aber ich darf sagen, dass ich nicht leicht zu beeindrucken bin.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[6,67],"tags":[80,83,53,141,82,10,11,84,85,81],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2570"}],"collection":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2570"}],"version-history":[{"count":70,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2570\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2614,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2570\/revisions\/2614"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}