{"id":2730,"date":"2013-11-08T07:16:27","date_gmt":"2013-11-08T06:16:27","guid":{"rendered":"http:\/\/headingeast.de\/?p=2730"},"modified":"2013-11-08T10:00:27","modified_gmt":"2013-11-08T09:00:27","slug":"kathmandu-and-the-himalayas","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/headingeast.de\/de\/kathmandu-and-the-himalayas\/","title":{"rendered":"Kathmandu &#8211; Staubige Strassen und Stromausf\u00e4lle"},"content":{"rendered":"<style type=\"text\/css\"><!--\n<span style=\"overflow:hidden;line-height:0px\" data-mce-style=\"overflow:hidden;line-height:0px\" id=\"mce_3_start\" data-mce-type=\"bookmark\"><\/span><!--\n<span style=\"overflow:hidden;line-height:0px\" data-mce-style=\"overflow:hidden;line-height:0px\" id=\"mce_0_start\" data-mce-type=\"bookmark\"><\/span><!-- P { margin-bottom: 0.21cm; }\n--><\/style>\n<blockquote><p>The saddest thing I can imagine is to get used to luxury. <span style=\"color: #c0c0c0;\">\u2013 Charlie Chaplin<\/span><\/p><\/blockquote>\n<style type=\"text\/css\"><!--\nP { margin-bottom: 0.21cm; }A:link {  }\n--><\/style>\n<style type=\"text\/css\"><!--\nP { margin-bottom: 0.21cm; }A:link {  }\n--><\/style>\n<style type=\"text\/css\"><!--\nP { margin-bottom: 0.21cm; }A:link {  }\n--><\/style>\n<style type=\"text\/css\"><!--\nP { margin-bottom: 0.21cm; }A:link {  }\n--><\/style>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Es war der gewohnte Griff zum Lichtschalter, als ich am Abend in das kleine Waisenhaus zur\u00fcck kam und die Kids nur meinten <i>&#8222;Kein Strom!&#8220; <\/i>und der Gang zum Bad am n\u00e4chsten Morgen (wobei der Begriff <em>&#8222;Bad&#8220;<\/em> hier ein wenig irref\u00fchrend erscheint, ohne weiter in die Details zu gehen), als mich die Kinder auf dem Flur begr\u00fcssten, mein Handtuch und meine Zahnb\u00fcrste sahen und mir lachend zuriefen <i>&#8222;Kein Wasser!&#8220;. <\/i>Momente, die mich einmal mehr innehalten liessen \u2026<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">In meiner Welt sind diese Dinge zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit geworden. Strom und fliessend Wasser sind so selbstverst\u00e4ndlich, dass wir kaum mehr dar\u00fcber nachdenken. Es ist das normalste von der Welt. Wir\u00a0bet\u00e4tigen den Schalter und das Licht geht an. Wir drehen den Hahn auf und das Wasser fliesst \u2026 Ein Abend im Dunkeln oder bei Kerzenlicht ist eher der Romantik gewidmet, nicht jedoch dem Alltag.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Das Leben in Nepals Hauptstadt sieht dagegen anders aus. Um Strom zu sparen, wird von Regierungsseite die Energieversorgung t\u00e4glich abgeschaltet. Einmal am Tag ist nahezu die Regel, oft jedoch kommt es sowohl am Morgen als auch am Abend f\u00fcr einige Stunden zum Stromausfall. Gelegentlich fehlt es auch an fliessend Wasser in einem Land, in dem diese Ressource im \u00dcberfluss zur Verf\u00fcgung steht. Was all das f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung Nepals bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen. Was w\u00fcrde pl\u00f6tzlich alles nicht mehr funktionieren, wenn in unserer Welt morgens der Strom f\u00fcr drei Stunden ausf\u00e4llt &#8230; und jetzt machen wir die Ausnahme mal zur Regel &#8230;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Die Armut in Nepal hat mich trotz der vielen Monate auf der Strasse \u00fcberrascht. Keine Hauptstadt in S\u00fcdostasien erschien mir so zur\u00fcckgeblieben wie Kathmandu. Selbst Phnom Penh in Kambodscha oder Vientiane in Laos sehen deutlich besser aus als die Hauptstadt Nepals. Die staubigen Strassen veranlassen viele Menschen dazu, einen Mundschutz zu tragen. Obwohl man das dieser Tage auch in anderen Gro\u00dfst\u00e4dten rund um den Erdball beobachten kann, in Kathmandu stellt sich nicht die Frage des &#8222;Warum&#8220;. Im Stadtverkehr geht es derart staubig zu, dass selbst ich dar\u00fcber nachgedacht habe, mir eine solche Maske zu zulegen &#8230;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Am Flughafen angekommen, machte ich mich nach Erhalt des Visums auf, das B\u00fcro von THAI Airways zu finden. Von dort ging es kurz darauf zum Custom Office, wo ich mich mit Hilfe eines lokalen Zoll-Agenten um die Einfuhr des Motorrades k\u00fcmmerte. Drei Stunden sp\u00e4ter konnte ich meine Kiste in Empfang nehmen und bei Sonnenuntergang war alles wieder zusammengebaut. Ich verabschiedete mich von den vielen hilfreichen Menschen, die um mich herum standen und verliess das Flughafengel\u00e4nde in Richtung Bhaisepati, einem Stadtteil im S\u00fcden von Kathmandu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Die ersten drei N\u00e4chte verbrachte ich im <a href=\"http:\/\/www.childwh.org\/index.html\" target=\"_blank\">Children Welfare Home,<\/a> einem Waisenhaus f\u00fcr Kinder. Der Empfang war so herzlich \u2026 nur Kinder k\u00f6nnen einen derart begeistert willkommen heissen. Jedes dieser Gesch\u00f6pfe hat seine eigene Geschichte. Wenn ich in die lachenden oder nachdenklichen Gesichter sah, musste ich mich oft fragen, was die urspr\u00fcnglichen Eltern wohl sagen w\u00fcrden, s\u00e4hen sie in diese Augen. Einige der Kinder wurden im Krankenhaus nach der Geburt zur\u00fcckgelassen, andere haben Eltern, die es sich nicht leisten k\u00f6nnen, f\u00fcr ihre Kinder zu sorgen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Meine kleine &#8222;Freundin&#8220; hiess Mahyma. Sie hatte grossen Spass daran, mir auf den R\u00fccken zu klettern, wenn ich auf den Stufen vor dem Haus sass. Doch ist sie nur eines der Kinder, welche hier \u2013 dank Maya \u2013 ein zu Hause gefunden haben. Maya Tamata leitet das Haus seit vielen Jahren und k\u00e4mpft derzeit um das \u00dcberleben der kleinen Organisation. Auch an Ihr ist die globale Finanzkrise nicht spurlos vor\u00fcber gegangen. Sie hat in den vergangenen Jahren viele Sponsoren verloren. Nicht, dass es im Waisenhaus sonderlich luxuri\u00f6s auss\u00e4he. Es gibt einen kleinen Schlafraum mit Doppelstockbetten f\u00fcr Jungen und einen f\u00fcr M\u00e4dchen. Geduscht wird lediglich mit kaltem Wasser und gegessen wird auf dem Fussboden. Falls also jemand nicht so recht weiss, was er zu Weihnachten Gutes tun soll, Maya ist f\u00fcr jegliche Hilfe dankbar \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Nach drei Tagen verliess ich Kathmandu. Zu dieser Zeit war <em>&#8222;Dasain&#8220;<\/em>, das gr\u00f6sste und gl\u00fcckverhei\u00dfende Festival Nepals bereits in vollem Gange. Das Fest geht \u00fcber 15 Tage und viele Gesch\u00e4fte und Regierungsstellen sind in dieser Zeit geschlossen. Die Menschen kehren w\u00e4hrend dieser Tage in ihre Heimatorte zur\u00fcck, um ihre Familien zu besuchen und um die Hauptfeiertage gemeinsam zu verbringen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Meinen Reisepass liess ich in der Hoffnung in Kathmandu zur\u00fcck, dass die kleine Visa-Agentur vor der Indischen Botschaft mir innerhalb der n\u00e4chsten 10 Tage das erforderliche Multy-Entry Visum f\u00fcr Indien beschaffen w\u00fcrde. In der Zwischenzeit wollte ich den Osten des Landes bereisen. Die Realit\u00e4t sah dann aber doch leicht anders aus. Nach endlosen Telefonaten sah ich meinen Pass vier Wochen sp\u00e4ter mit lediglich einem Single-Entry Visum auf einem kleinen Wald- und Wiesenflugplatz im Westen des Landes wieder. Einen Tag vor meiner Ausreise.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Obwohl Oktober und November die beste Reisezeit ist, um die Bergwelt des Landes zu erkunden, durchkreuzte Zyklon Phailin, welcher Indien im Oktober heimsuchte, meine Pl\u00e4ne und zeigte seine massiven Auswirkungen auch in Nepal. Ich hatte noch genau zwei sonnige Tage nachdem ich Kathmandu verliess, bevor sich der Himmel schloss und ich von den Bergen im Osten nur noch wenig zu sehen bekam. In Jiri, einem kleinen Ort im Himalaya, von wo aus viele Expeditionen zum Mt. Everest Base Camp starten, sass ich zwei Tage fest, da es einfach nicht aufh\u00f6ren wollte zu regnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Der Himalaya ist ein wahres Trekking-Paradies, aber um in die entlegenen Regionen zu gelangen, muss man sich eben auch der Strassen bedienen. Nepal hat einige gute Strassen und viele, viele nicht so gute. Schlechte Stra\u00dfenverh\u00e4ltnisse kombiniert mit der hiesigen Fahrweise und dem Zustand der Fahrzeuge ergibt eine recht gef\u00e4hrliche Mixtur. Auf meinem Weg durch die Berge kam ich an so mancher Unfallstelle vorbei. Busse sassen an der Felswand fest, LKW&#8217;s hatten sich \u00fcberschlagen, Kleinbusse lagen auf der Seite. Die ohnehin schon recht erb\u00e4rmlichen Strassen in den Bergen sind \u00fcblicherweise so schmal, dass oft nur ein Fahrzeug Platz hat. Insbesondere schnell entgegenkommende Busse k\u00f6nnen einem das Leben somit deutlich erschweren und einen in wenig erfreuliche Ausweichman\u00f6ver auf losen Untergrund treiben. Doch auch auf dem Highway im S\u00fcden des Landes geht es nicht anders zu. Neben Menschen, Radfahrern und Motorr\u00e4dern versucht jeder offensichtlich so weit wie m\u00f6glich in der Mitte der Strasse zu fahren. Das kann schon sehr anstrengend sein. Mehr als einmal rauschte einer dieser r\u00fccksichtslosen Busse so dicht an mir vorbei, dass ich intuitiv die Hand vom Gas nahm und den rechten Arm dicht an den K\u00f6rper zog. Das von BMW gew\u00e4hlte Motto <em>&#8222;Aus Freude am Fahren&#8220;<\/em> traf hier nicht immer zu &#8230;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Nachdem ich wieder in Kathmandu war, traf ich mich mit Raj. Er half mir dabei, die notwendigen Genehmigungen f\u00fcr das Annapurna Conservation Area zu organisieren und lud mich ein, die Nacht in seinem Haus zu verbringen. Am n\u00e4chsten Morgen wurde ich noch zu einem Treffen der <i>Hope Foundation<\/i> eingeladen und traf unter anderem auf den 67 j\u00e4hrigen Steven, der in Kathmandu Englisch unterrichtet und Nepal zu seiner Heimat gemacht hat.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Ganz gleich wie staubig, schlicht oder \u00e4rmlich ein Ort sein mag, es sind immer wieder die Menschen, denen man begegnet, welche die Erinnerungen pr\u00e4gen und Momente unvergesslich werden lassen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify;\" align=\"JUSTIFY\">Doch die kommenden Tage sollten mir nicht weniger in Erinnerung bleiben. Die h\u00e4rteste off-road Strecke der Reise wartete auf mich. Doch davon ahnte ich noch nichts, als ich mich in Kathmandu verabschiedete &#8230;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Armut in Nepal hat mich trotz der vielen Monate auf der Strasse \u00fcberrascht. Keine Hauptstadt in S\u00fcdostasien erschien mir so zur\u00fcckgeblieben wie Kathmandu. Selbst Phnom Penh in Kambodscha oder Vientiane in Laos sehen mit Abstand besser aus als die Hauptstadt Nepals.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[6,95],"tags":[53,26,98,99,97,96,10,40,11,144],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2730"}],"collection":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2730"}],"version-history":[{"count":140,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2730\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2873,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2730\/revisions\/2873"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2730"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2730"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2730"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}