{"id":3035,"date":"2014-05-12T13:55:36","date_gmt":"2014-05-12T12:55:36","guid":{"rendered":"http:\/\/headingeast.de\/?p=3035"},"modified":"2014-05-14T07:10:17","modified_gmt":"2014-05-14T06:10:17","slug":"kolkata-varanasi","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/headingeast.de\/de\/kolkata-varanasi\/","title":{"rendered":"Kalkutta &#038; Varanasi"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dear Lord, the great Healer, I kneel before you, since every perfect gift must come from you. I pray give skill to my hands, clear vision to my mind, kindness and meekness to my heart. Give me singleness of purpose, strength to lift up a part of the burden of my suffering fellow men, and a true realization of the privilege that is mine. Take from my heart all guile and worldliness, that with the simple faith of a child, I may rely on You. Amen.\u00a0 <span style=\"color: #888888;\">\u2013\u00a0 Prayer of the Missionaries of Charity, found in the Motherhouse in Kolkata<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00fcrde dieses Gebet am Anfang eines jeden Tages stehen, w\u00e4re die Welt wohl ein besserer Ort &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitte Januar war ich zur\u00fcck in Delhi. Im Gep\u00e4ck eine ganze Reihe Sevice-Parts und einen nagelneuen Satz Reifen. Dieses Mal war es wieder die Originalbereifung der 1200 GS, die mich auch vergangenes Jahr problemlos von Deutschland bis an die chinesische Grenze brachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war ein Dienstag Morgen und ausgerechnet an diesem Tag war jene Metro-Line in Delhi gesperrt, die mich durch die Stadt nach Faridabad (South of New-Delhi) bringen sollte. So entschied ich mich, den Bus zu nehmen, um bei BMW meinen 40.000 km Service durchf\u00fchren zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie definiert man eigentlich einen voll besetzten Bus? &#8222;Voll&#8220; ist sicher relativ und das gilt insbesondere in Indien aber in der Regel passt immer noch ein Passagier mehr hinein. Man steht gelegentlich so eng aneinandergepresst, dass man keine Bedenken haben m\u00fcsste umzufallen. Als ich den Bus bestieg, ging ich davon aus, dass man wie \u00fcblich weiter zusammenr\u00fcckt und das indische &#8222;Kompressionspotential&#8220; noch Luft nach oben hatte. Es stellte sich heraus, dass ich an diesem Morgen mit meiner Annahme falsch lag. Ich stand gerade einmal drau\u00dfen auf dem Trittbrett als der Bus wieder losfuhr. Den Rucksack mit Ersatzteilen auf dem R\u00fccken, den Helm in der linken Hand, den Satz Reifen in der rechten &#8230; die T\u00fcren versuchten sich zu schlie\u00dfen &#8230; aber da stand ich nun mal &#8230; Selbst die hartgesottenen Inder sahen mich nur mit sch\u00fctteltem Kopf an. Ich denke Ihnen bot sich ein ungew\u00f6hnlich bizarres Bild: Ein sich au\u00dfen am Bus festhaltender &#8222;Farang&#8220;. Meine Reifen presste ich mit dem rechten Knie gegen den T\u00fcrrahmen, damit sie nicht verlorengingen &#8230; Zugegeben, es gibt bequemere Wege zu reisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Service bei BMW war etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Obwohl man mir \u00e4u\u00dferst freundlich entgegenkam und mir sogar erlaubte, das Bike \u00fcber Weihnachten bei BMW in Delhi zu parken, war ich doch etwas \u00fcberrascht, dass ich mit den Mechanikern eine Auseinandersetzung dar\u00fcber f\u00fchren durfte, ob mein Bike nun zwei oder vier Z\u00fcndkerzen hatte. Ich wusste es waren vier, aber man wollte mich davon \u00fcberzeugen, dass es nur zwei g\u00e4be &#8230; Mich lie\u00df dieser Zwischenfall etwas zweifelnd zur\u00fcck. Was wusste man nun eigentlich \u00fcber meinen Boxer und was nicht &#8230; ?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Delhi war dieser Tage kalt. Nun wird man in Europa sagen, dass 12-14 Grad im Januar nicht gerade als kalt bezeichnet werden k\u00f6nnen. Stimmt. Doch es gibt keine Heizungen in den H\u00e4usern.\u00a0 Also noch mal kurz zur\u00fcck &#8230; Wie sieht es also mit 12 Grad abends im Wohnzimmer aus? Oder ggf. nur 10 Grad morgens im Bad? Ich war also nicht sonderlich traurig, Delhi einige Tage sp\u00e4ter Richtung S\u00fcd-Westen wieder zu verlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber den Verkehr in Indien habe ich mich ja schon zu Gen\u00fcge ausgelassen und als ich Delhi im dahin kriechenden Stadtverkehr verlie\u00df, passierte es dann auch. Ein roter Kleinwagen fuhr mir von hinten in meine GS. Der Aufprall brach unter anderem wieder eine R\u00fcckwand der Seitenkoffer. Man, man, man &#8230; das kann schon mal an den Nerven zerren.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Meine lieben Indischen Freunde! Man muss nicht immer dr\u00e4ngeln, man muss auch im Stau nicht immer hupen. Das l\u00f6st weder das Verkehrschaos noch bringt es irgend jemanden wirklich weiter. Und das Konzept eines (wenigstes) minimalen Sicherheitsabstandes hat seine Begr\u00fcndung. Einfach mal dar\u00fcber nachdenken.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tag sollte auch in Folge nicht zu meinen Favoriten geh\u00f6ren. Am Nachmittag wurde ich an einer Tankstelle mit Freundlichkeit und Handschlag begr\u00fc\u00dft, wobei man bei \u00fcberschw\u00e4nglicher Freundlichkeit schon schalten sollte &#8230; Ich hab&#8216; das auch alles schon mehrfach durch und denke, ich wei\u00df mich in der Welt ganz gut zu bewegen. Aber wie gesagt, das war schon nicht mehr mein Tag. Der Tankwart monierte eine meiner 500 Rupien Noten und wollte eine andere. Ich konnte mir zwar nicht gleich erkl\u00e4ren, wo ich diesen Schein aufgegabelt hatte, aber auch ich akzeptiere in der Regel keine erb\u00e4rmlich aussehenden Banknoten. Innerhalb der n\u00e4chsten halben Stunde musste ich immer wieder an diesen Tankwart denken und versuchte mir zu erkl\u00e4ren, wo ich diesen Geldschein erhalten hatte. Dann machte es &#8222;Klick&#8220;. Das war gar nicht meine Note. Die muss der Gauner getauscht haben. Meine Vermutung best\u00e4tigte sich am Abend im Hotel. Es war wie bef\u00fcrchtet eine Kopie und meine sich anschlie\u00dfende Nacht in Kanpur geh\u00f6rt zu den unspektakul\u00e4rsten \u00fcberhaupt. Hinter dem Fenstervorhang in meinem wenig atmosph\u00e4risch anmutenden Zimmer gab es noch nicht einmal ein Fenster. Ich checkte fr\u00fch morgens wieder aus. So \u00e4rgerlich die Ereignisse des Vortages waren, ich blickte mit Erwartung auf meine Tage in Varanasi.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Die Heiligen Stufen von Varanasi<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Varanasi, das sind vor allem die fotogenen Ghats entlang des Ganges. Die Stadt wird auch &#8222;the City of Life&#8220; genannt und ist eine der sieben heiligen St\u00e4dte im Hinduismus. Pilger str\u00f6men aus allen Landesteilen zu den Treppen, welche den Ganges s\u00e4umen, um im heiligen Flusswasser die S\u00fcnden ihres Lebens hinwegzuwaschen oder um ihre Verstorbenen an den Ufern des Flusses einzu\u00e4schern. In Varansi sein Leben auszuhauchen bzw. auf den Stufen zum Ganges in den Tag und Nacht lodernden Feuern einge\u00e4schert zu werden, bedeutet den ewigen Kreislauf von Tod und Geburt zu durchbrechen und macht diesen Ort zum schlagenden Herzen im Hindu-Universum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht selten begegnet man auf dem Weg durch die Altstadt Prozessionen mit aufgebarten Verstorbenen. Die Prozessionen f\u00fchren hinab zum Ganges, wo dem dahingeschiedenem Familienmitglied die letzte Ehre erwiesen wird. W\u00e4hrend die meisten Ghats zum Baden genutzt werden, dienen einige wenige der Kremation. Der gr\u00f6\u00dfte Bestattungsort ist Manikarnika wobei das Ganze allerdings nichts f\u00fcr schwache Nerven ist. Die intimsten Rituale von Leben und Tod werden hier in aller \u00d6ffentlichkeit zelebriert und man wird mit unverbl\u00fcmter Sicht Zeuge von Ein\u00e4scherungen, wobei die Luft vom Geruch und den Kl\u00e4ngen einer Feuerbestattung durchtr\u00e4nkt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Varanasi machte ich mich auf nach Ranchi. Pranjal hatte mich bereits vor Monaten eingeladen in seinem Haus einzukehren, sollte ich mich auf den Weg machen, West-Bengal zu bereisen. Es war gut ihn wiederzusehen und ich verbrachte mehr Tage in der Stadt und mit seiner Familie als ich urspr\u00fcnglich vorhatte. Die Familie war gerade in die Hochzeitsvorbereitungen eines seiner Cousins eingebunden. Hochzeiten in Indien sind wirklich kaum mit den unsrigen vergleichbar. Als ich meinte, dass eine Hochzeit daheim bereits mit 80-100 G\u00e4sten als &#8222;gro\u00df&#8220; bezeichnet werden darf, schmunzelte man nur. Hindu-Hochzeiten in Indien involvieren nicht selten 1.000 bis 1.500 G\u00e4ste und gefeiert wird in der Regel \u00fcber drei Tage. Alleine die &#8222;intensiven&#8220; Vorbereitungen, bei denen die Familien regelm\u00e4\u00dfig abends zusammen kommen, k\u00f6nnen mehrere Wochen umfassen. Man fragte mich, ob ich auch kommen w\u00fcrde und lud mich herzlich ein, bis zu den Feierlichkeiten zu bleiben. Es war eine einmalige Chance, diesem farbenfrohen und bedeutenden Ereignis beizuwohnen. Doch wollte ich die n\u00e4chsten Tage in Kalkutta verbringen und lie\u00df es vorerst offen, ob ich zur Hochzeit noch einmal nach Ranchi zur\u00fcckkommen w\u00fcrde.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Das Lebenswerk einer kleinen Frau<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df nicht, wann ich das erste Mal von Kalkutta geh\u00f6rt habe, aber solange ich denken kann, war der Name der Stadt f\u00fcr mich unweigerlich mit dem Namen &#8222;Mutter Teresa&#8220; verbunden. Somit d\u00fcrfte es auch nicht \u00fcberraschen, dass mein Besuch in der 15 Millionen Einwohner z\u00e4hlenden Metropole in erster Linie dem Lebenswerk dieser Frau gewidmet war. Ich wollte wissen, sehen und erleben, was diese kleine Frau mit der Kraft ihres Glaubens aufgebaut hat. Ihre beispiellose Aufopferungsbereitschaft, ihre innige Hingabe und ihr kindliches Vertrauen auf die Gnade Gottes l\u00e4sst vermutlich jeden, der ein F\u00fcnkchen Glaube in sich tr\u00e4gt in Erfurcht innehalten. Sie setzte ein Beispiel in ihrer Gemeinschaft, diente im wahrsten Sinne des Wortes und nahm sich selbst immer wieder auch der niedrigsten Aufgaben an. Sie verzichtete auf jegliche Privilegien, die sie in der Gemeinschaft in irgend einer Weise bevorzugt h\u00e4tten. Vor dieser Form von &#8222;F\u00fchrung&#8220; kann ich mich nur besch\u00e4mt verneigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sonntag fr\u00fch um 6:00 Uhr wohnte ich der Morgenmesse im Mutterhaus bei und wurde nach einem Fr\u00fchst\u00fcck bestehend aus Bananen, Brot und Chai &#8222;Prem Dan&#8220;, dem gr\u00f6\u00dften Haus der &#8222;Missionaries of Charity&#8220; in Kalkutta zugewiesen. Nicht selten bleiben freiwillige Helfer f\u00fcr Wochen oder gar Monate, um die t\u00e4gliche Arbeit der Schwestern zu begleiten. Die Arbeit ist einfach und bedarf keiner besonderen Fertigkeiten \u2013 lediglich ein offenes Herz und die Bereitschaft zu helfen. T\u00e4glich wird zu aller erst einmal W\u00e4sche gewaschen, wobei Decken, Hosen und Jacken in gro\u00dfen Becken eingeweicht, von Hand gewaschen und gesp\u00fclt werden. Hunderte von Tassen und Bechern m\u00fcssen mehrmals t\u00e4glich gereinigt werden und auch der Hof und die R\u00e4umlichkeiten werden entsprechend sauber gehalten. Wer l\u00e4nger bleibt kann mit der Zeit auch andere Aufgaben \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier werden Menschen gepflegt, um die sich auf der Strasse niemand k\u00fcmmern w\u00fcrde. Nicht selten leiden diese Menschen an offenen Wunden oder nicht ausgeheilten Verletzungen. Deartige Pflegef\u00e4lle werden zumeist rund um den Bahnhof &#8222;aufgelesen&#8220; und so lange versorgt und mit einfachen Mitteln behandelt, bis sie wieder in der Lage sind, f\u00fcr sich selber sorgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich verbrachte zwei Tage in &#8222;Prem Dan&#8220; und bat danach darum, auch &#8222;Nirmal Hriday&#8220;, das Haus der Sterbenden kennenlernen zu d\u00fcrfen. Die Eindr\u00fccke werden mir lange in Erinnerung bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kalkutta wurde zu der Stadt in Indien, welche mir am besten gefiel. Der Eindruck, den die Stadt auf mich machte, ist sicher eng mit den pers\u00f6nlichen Erlebnissen verbunden, doch auf meinem Weg in die City, fielen mir auch die sauberen Strassen entlang des Victoria Memorial auf, was an sich schon einem charmanten und \u00fcberraschenden Willkommen gleichkam. Die gelben altmodischen Taxen und eine Stra\u00dfenbahn taten ihr \u00fcbriges.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hatte Pranjal bereits angedeutet, dass ich mit den Eindr\u00fccken von Kalkutta m\u00f6glicherweise nicht auf einer Hochzeit tanzen wollen w\u00fcrde und so verlie\u00df ich die Stadt schlie\u00dflich auch in Richtung S\u00fcden und kehrte nicht mehr nach Ranchi zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich die Stadt verlie\u00df, machte ich noch ein Bild von der &#8222;Kolkata-Bridge&#8220;. Irgendwo meine ich zuvor einmal gelesen zu haben, dass es nicht gestattet sei, die Br\u00fccke zu fotografieren. Doch auf meinem Weg aus der Stadt sind mir keinerlei derartige Verbotsschilder aufgefallen. Es kam was kommen musste. W\u00e4hrend ich ein paar Aufnahmen machte stoppte ein Polizeiwagen direkt vor mir. Der Polizist kam auf mich zu, sprach allerdings kaum English. Dennoch konnte ich eins und eins zusammenz\u00e4hlen und meinte, ich k\u00f6nne die Bilder gerne l\u00f6schen, wenn das ein Problem darstellen sollte. Ehrlich gesagt, erscheint das Ganze als ziemlich unsinnig, da jeder aus dem Auto heraus oder von Booten die Br\u00fccke unbemerkt fotografieren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie dem auch sei, der Polizist meinte, ich solle ihm zum Polizei Hauptquartier von Kalkutta folgen. WAS ?? Das kam ja nun gar nicht in Frage. Ich hatte noch einen 500 Kilometer langen Ritt nach Puri vor mir und eine kleine Patrolienfahrt zum Polizeirevier basierend auf aberwitzigen Anschuldigungen, w\u00fcrde mich sicher mehrere Stunden kosten. Ich erkl\u00e4rte mich mehrfach, aber der Officer war unver\u00e4ndert der Meinung, dass ich ihm folgen sollte. Wir hatten also eine kleine Auseinandersetzung, die mehr aus Gesten als verst\u00e4ndlichen Worten bestand, w\u00e4hrend ich flei\u00dfig weiter auf ihn einredete. Sehr energisch war er nicht und m\u00f6glicherweise ging es ihm auch nur um etwas Taschengeld. Damit w\u00e4re er bei mir nun aber definitiv an der falschen Adresse gewesen. Schlie\u00dflich nahm ich meinen Helm vom Cockpit, zog die Handschuhe wieder an und startete den Boxer. Dann teilte ich ihm mit, dass ich jetzt fahren w\u00fcrde. Zu meiner eigenen \u00dcberraschung hatte mein Verhalten keine weiteren Konsequenzen und ich war auf dem Weg nach S\u00fcden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tag sollte mich noch einmal \u00fcberraschen. Entlang des Highways sah ich meinen ersten indischen Elefanten. Es war grossartig den Koloss neben meinem Bike zu sehen &#8211; und dieses Mal sah meine GS tats\u00e4chlich klein daneben aus. Die n\u00e4chsten drei Tage verbrachte ich in Puri und wollte dann noch eine Nacht im Yogi-Surfer Camp bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war ein Sonntag und bereits sp\u00e4ter Vormittag. Das Camp lag nur eine halbe Stunde von Puri entfernt und ich hatte somit keine gro\u00dfe Eile aufzubrechen. Doch dann kam alles anders. Lokale Dorfbewohner hatten sich zu einem politischen Streik zusammengeschlossen und blockierten die Strasse mit einem Baumstamm. Keiner kam durch. Weder in die eine, noch in die andere Richtung. Ich sprach mit der Polizei, welche offensichtlich vor Ort war, um eine Eskalation der Lage zu unterbinden. Doch es wurde schnell offensichtlich, dass die Polizei hier nicht das Sagen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Somit versuchte ich den grimmig aussehenden Indern klar zu machen, dass ich im nur 2,5 Kilometer entfernten Camp erwartet w\u00fcrde und bat darum, mich durchzulassen. Doch Freundlichkeit hatte man sich an diesem Sonntag nicht auf die Fahnen geschrieben. Die d\u00fcster aussehenden M\u00e4nner lie\u00dfen Aggressivit\u00e4t durchblicken. Es war schon ein wenig frustrierend, dem Camp so nahe zu sein und es dennoch nicht erreichen zu k\u00f6nnen. Ich sah auf meine Uhr. Es war kurz vor Mittag und eigentlich viel zu sp\u00e4t, um weiter nach S\u00fcden zu reisen. Doch in Puri wollte ich auch keine weitere Nacht verbringen. So rief ich kurzerhand im Camp an und teilte mit, dass ich nicht mehr kommen w\u00fcrde. Dann kehrte ich den streikenden Indern den R\u00fccken und widmete den Rest des Tages weiteren 450 Kilometern auf der Strasse. Diesen Sonntag hatte ich g\u00e4nzlich anders geplant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Aufbruch nach S\u00fcden begann auch die letzte grosse Etappe der Reise: Es wartete der tropische Teil Indiens auf mich, die Teeplantagen von Munnar, die Backwaters von Kerala und ein paar einsamen Str\u00e4nde am Arabischen Meer &#8230;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df nicht, wann ich das erste Mal von Kalkutta geh\u00f6rt habe, aber solange ich denken kann, war der Name der Stadt f\u00fcr mich unweigerlich mit dem Namen &#8222;Mutter Teresa&#8220; verbunden. Somit d\u00fcrfte es auch nicht \u00fcberraschen, dass mein Besuch in der 15 Millionen Einwohner z\u00e4hlenden Metropole in erster Linie dem Lebenswerk dieser Frau gewidmet war. Ich wollte wissen, sehen und erleben, was diese kleine Frau mit der Kraft ihres Glaubens aufgebaut hat.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[6,106],"tags":[9,53,145,18,117,10,40,11,119,118],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3035"}],"collection":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3035"}],"version-history":[{"count":55,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3035\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3097,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3035\/revisions\/3097"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3035"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/headingeast.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}