{"id":3103,"date":"2014-08-10T19:46:28","date_gmt":"2014-08-10T18:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/headingeast.de\/?p=3103"},"modified":"2014-08-27T21:08:34","modified_gmt":"2014-08-27T20:08:34","slug":"the-tropical-south-of-india","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/headingeast.de\/de\/the-tropical-south-of-india\/","title":{"rendered":"Der Tropische S\u00fcden Indiens"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Twenty years from now you will be more disappointed by the things you didn\u2019t do than by the ones you did do. So throw off the bowlines, sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover. <span style=\"color: #c0c0c0;\">\u2013 Mark Twain<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor ich vom &#8222;Bay of Bengal&#8220; an die indische Westk\u00fcste wechselte verbrachte ich noch einige Tage in Chennai und kurz darauf ein wenig mehr Zeit in Bangalore, dem indischen Silicon Valley. Nahezu alle gr\u00f6\u00dferen IT-Firmen haben sich hier mittlerweile niedergelassen und ich bekam zur Abwechslung die Gelegenheit, die Stadt und seine IT-Parks auf dem R\u00fccksitz von Mohan\u2019s Royal Enfield zu erkunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Bangalore machte ich mich auf nach Hampi, der fr\u00fcheren Hauptstadt des K\u00f6nigreiches Vijayanagar. Zu Zeiten des letzten gro\u00dfen Hindu-Reichs wurde von hier aus einst nahezu ganz S\u00fcdindien regiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hampi liegt am S\u00fcdufer des Tungabhadra-Flusses zw\u00f6lf Kilometer nord\u00f6stlich der Stadt Hospet. Obwohl von den Festungsmauern\u00a0 nur noch Reste erhalten sind und auch von den Pal\u00e4sten lediglich noch die Grundmauern stehen, haben zahlreiche Tempel aus hartem Granit die Zeit \u00fcberdauert. Ich sah zu, dass ich bei den hiesigen Temperaturen aus meinem Klim-Anzug kam, nahm eine Dusche und machte mich auf einen mehrst\u00fcndigen Fu\u00dfmarsch zum Vittala Tempel. Am sp\u00e4ten Nachmittag erkundete ich das weitere Umfeld mit der GS. Tempel und Steinformationen wurden in ein r\u00f6tliches Licht getaucht w\u00e4hrend die Sonne langsam hinter Koksnusspalmen verschwand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am darauffolgenden Morgen verlie\u00df ich Hampi wieder und gedachte die Nacht in Dandeli zu verbringen. Der kleine Ort liegt in einem Naturschutzgebiet, sprach mich jedoch weit weniger an als erwartet und so entschied ich mich kurz nach Mittag, noch am selben Tag bis Goa weiterzufahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ich an aufregenden Dschungel-Exkursionen in Dandeli verpasst haben mochte, wurde durch einen abenteuerlichen Ritt quer durch den Urwald mehr als wettgemacht. Ich war urspr\u00fcnglich der Meinung, einer allgemein befahrenen Strasse zu folgen. Doch je weiter sich meine aktuelle Position vom urspr\u00fcnglichen GPS-Track entfernte, je &#8222;interessanter&#8220; wurde die Reise durch den Wald. Gegen 16:00 Uhr machte auch ich mir dann Gedanken, ob ich auf diesem Weg tats\u00e4chlich noch nach Goa kommen w\u00fcrde. Solange mein Weg Richtung Westen f\u00fchrte war alles in Ordnung. Ungl\u00fccklicherweise wand sich der Pfad mal nach Norden, mal nach S\u00fcden und zeitweise sogar in die entgegensetzte Richtung. Schlammige Wasserl\u00f6cher und steinige Steigungen durch einen dicht bewachsenen Urwald lie\u00dfen mich mehr als einmal zweifeln. In gut zwei Stunden w\u00fcrde die Sonne untergehen. Sollte ich tats\u00e4chlich umkehren m\u00fcssen, h\u00e4tte ich den Wald wohl kaum mehr im Hellen verlassen. Eine wenig romantische Vorstellung vor dem Hintergrund der sich hier heimisch f\u00fchlenden Tierwelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch muss ich zugeben, dass ich diesen einsamen Ritt durch den Urwald irgendwie genoss. Nach so vielen Wochen auf indischen Strassen, wo man nahezu niemals alleine ist, wo sich stets Menschen um mich versammeln ganz gleich wo ich anhalte, wo ich kaum jemals die Gelegenheit hatte, mich zur\u00fcckzuziehen, war dieser Nachmittag eine wahre Freude. Ich folgte einem einsamen Track nicht wirklich wissend, ob er mich tats\u00e4chlich nach Westen f\u00fchrt. Doch ich konnte anhalten und den Ger\u00e4uschen der Natur lauschen wo immer ich wollte, Photos machen, ohne beobachtet zu werden &#8230; Ich war einfach mal wieder f\u00fcr mich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr jemanden, der Indien nicht auf die gleiche Weise erfahren hat, mag es merkw\u00fcrdig klingen, doch was ich hier wirklich vermisste, waren Momente f\u00fcr mich allein. In allen L\u00e4ndern, welche ich auf dieser Reise durchquerte, fanden sich Gelegenheiten, um auf der Strasse auch mal f\u00fcr sich zu sein \u2013 sofern man dies denn w\u00fcnschte. Anders jedoch in Indien. Oft kaufte ich etwas zu Essen oder zu Trinken in einem Ort, wurde dann sofort von 10-20 Indern umringt, packte meine Sachen und fuhr aus der Stadt heraus, um irgendwo auf der Landstrasse anzuhalten und in Ruhe zu rasten. Doch selbst dann hielt oft das n\u00e4chste vorbeikommende Moped aus Neugier direkt neben mir. Dann ein weiteres &#8230; und schon war man nicht mehr allein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich fand meinen Weg nach Goa noch vor Sonnenuntergang und genoss einen Abend bei leckerem Chicken Tikka Masala, Naan, Tandoori Chicken, und einem kaltem Bier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch Goa hat sich in den letzten Jahren sehr ver\u00e4ndert und zeitweise k\u00f6nnte man den Eindruck erlangen, als seien einige Str\u00e4nde zu russischen Enklaven mutiert. Wenn selbst Restaurants in kyrillischer Schrift werben und Speisekarten in Russisch ausgegeben werden, dann kann man schon mal daran zweifeln, ob man sich tats\u00e4chlich noch in einer ehemaligen portugiesischen Kolonie befindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie dem auch sei, ich verlie\u00df Goa einige Tage sp\u00e4ter in Richtung S\u00fcden und machte mich auf nach Gokarna. Urspr\u00fcnglich ein hinduistischer Pilgerort, fand ich hier den f\u00fcr mich sch\u00f6nsten Strand auf meinem Abenteuer &#8222;Heading East&#8220;. Ich nahm mir vor noch einmal an diesen Ort zur\u00fcckzukehren bevor ich meine Reise in Mumbai beenden w\u00fcrde &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Gokarna ging es \u00fcber Mangalore ins so genannte &#8222;Honey Valley&#8220;. Mohan hatte mir diesen Ort inmitten von Kaffee-Plantagen empfohlen. Es war eine Oase der Stille, abgeschieden vom Trubel der St\u00e4dte und dem Irrsinn auf indischen Strassen. Ich verweilte hier drei Tage, widmete mich ein wenig dem Schreiben, plante meinen Weg nach Kap Komorin, der S\u00fcdspitze des indischen Subkontinents und hatte ein paar gute Gespr\u00e4che mit Steve, einem Briten, der ebenfalls auf einer Weltreise war. Dann machte ich mich auf nach Mysore, wo sich einer der ber\u00fchmtesten Palastbauten ganz Indiens findet: Amba Vilas. Der Palast war einst die Residenz des dortigen Maharajas und angeblich bewohnen dessen Nachfahren noch heute einen Teil des traumhaft anzusehenden Prachtbaus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter nach S\u00fcden dr\u00e4ngend, warteten noch ein paar sch\u00f6ne Berglandschaften auf mich und ich wollte es mir nicht nehmen lassen, die auf 2.250 Metern gelegene Bergstation Ooty zu besuchen. Auf meinem Weg durch die umliegenden Nationalparks hie\u00dfen mich dutzende Rehe und Hirsche am Stra\u00dfenrand willkommen. Udagamandalam (kurz &#8222;Ooty&#8220;) ist ein kleiner, bunter Ort im Bundesstaat Tamil Nadu. Das Klima ist k\u00fchl und die H\u00fcgel gr\u00fcn und fruchtbar. W\u00e4hrend der Ort an sich mich jedoch nur wenig zu begeistern vermochte, wusste die umliegende Berglandschaft mich sehr wohl in ihren Bann zu ziehen. Ich blieb dennoch nur eine Nacht und machte mich bei Sonnenaufgang auf den Weg nach Kerala.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wurde Zeit f\u00fcr die Backwaters und die Teeplantagen von Munnar &#8230;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ich an aufregenden Dschungel-Exkursionen in Dandeli verpasst haben mochte, wurde durch einen abenteuerlichen Ritt quer durch den Urwald mehr als wettgemacht. Ich war urspr\u00fcnglich der Meinung, einer allgemein befahrenen Strasse zu folgen. 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